Berufsunfähigkeitsversicherung 2014: Rüge für Versicherer

Die renommierte Stiftung Ökotest hat in ihrem Test 2014 der Berufsunfähigkeitsversicherungen die Anbieter gerügt. 59 selbstständige Tarife und 57 Zusatzversicherungen für den Fall der Berufsunfähigkeit nahmen die Tester unter die Lupe. Im Ergebnis konstatierten sie Beitragsunterschiede von bis zu 300 Prozent - für fast identische Leistungen.

Berufsunfähigkeit nicht unterschätzen.

Die Haltung der Deutschen zur BU-Versicherung ist gespalten bis ambivalent. Seit der Sozialreform des Jahres 2001 leistet die gesetzliche Erwerbsminderungsabsicherung nur noch sehr eingeschränkt für die Jahrgänge ab 1962. Vor allem die abstrakte Verweisung auf eine andere Tätigkeit wirkt prekär, ein Abstieg vom leitenden Ingenieur zum Pförtner ist nicht nur möglich, sondern sogar wahrscheinlich. Die Lücke sollen private BU-Policen füllen, die das Merkmal der abstrakten Verweisung nicht inkludieren, jedoch fallen sowohl die Tarife als auch die Aufnahmebedingungen für solche Policen weder transparent noch überall fair aus. Teilweise haben es Berufstätige äußerst schwer, ein Versicherungsangebot zu erhalten, vor allem wenn sie Vorerkrankungen mitbringen oder in riskanten Berufen beschäftigt sind. Sollten sie eine BU-Versicherung abschließen, kann diese sehr teuer werden.

Kritik an der Annahmepolitik.

Vor allem die Aufnahmebedingungen kritisiert die Stiftung Ökotest in ihrem großen Test 2014 der Berufsunfähigkeitsversicherungen. Demnach erhielten nur 19 Prozent der Interessenten problemlos die gewünschte Police, ansonsten mussten Aufpreise und/oder eingeschränkte Leistungen hingenommen werden. Absolute Ablehnungen gab es auch. Zudem versichern die Gesellschaften häufig nur bis zum 55. bis 60. Lebensjahr, ausgenommen die drei Gesellschaften VHV, Barmenia und Gothaer, die den Basistarif bis zur Rente mit 67 anbieten.