Pflege-Bahr ist beliebt

Der staatlich geförderte Pflege-Bahr, die vom Gesundheitsminister der Vorgängerregierung Daniel Bahr (FDP) ins Leben gerufene Zusatzversicherung, erfreut sich nach anfänglicher Kritik offenbar großer Beliebtheit. Die Verkaufszahlen steigen weiter an, Ende Januar 2014 hatten 404.200 Deutsche eine entsprechende Police abgeschlossen. Der PKV-Verband ist selbst über den Zuspruch überrascht.

Pflege-Bahr: umstritten, aber beliebt

Politiker der Grünen, der Linken und selbst der Union hatten es kurz nach der Einführung des Pflege-Bahrs Anfang 2013 sehr eilig, dieses Angebot zu kritisieren, die Versicherungsnehmer jedoch lassen sich vom 5-Euro-Zuschuss pro Monat überzeugen und greifen zu. Der durchschnittliche Zuwachs bei den Verträgen lag Ende 2013 bei 1.600 Policen pro Tag, im März 2014 schließen mehr Verbraucher den Pflege-Bahr als eine ungeförderte Pflegezusatzversicherung ab. Im Jahr 2013 hatten insgesamt 350.000 gesetzlich Versicherte zusätzlich eine Pflege-Bahr, nur 174.000 Verbraucher hingegen eine ungeförderte Pflegezusatzversicherung abgeschlossen. Dass der Pflege-Bahr umstritten war und bleibt, liegt ein wenig an seiner Konstruktion: Der Zuschuss des Staates könnte unter Umständen die leicht erhöhten Kosten für den Pflege-Bahr nicht kompensieren.

Vorzüge und Pferdfuß beim Pflege-Bahr.

Der Pflege-Bahr verdient ein großes Lob aus zwei Gründen: Er motiviert durch den staatlichen Zuschuss zum Abschluss einer Pflegezusatzversicherung, zudem dürfen Personen mit Vorerkrankungen nicht abgelehnt werden. Beide Vorzüge wiegen sehr schwer, der zweite Vorteil gerät aber gleichzeitig zum Pferdefuß dieses Produktes. Die Versicherer müssen durch den Kontrahierungszwang die Policen insgesamt etwas teurer kalkulieren, also das Verhältnis zwischen Einzahlung und Leistung verschlechtern, was die Leistungen beim Pflege-Bahr sinken lassen dürfte. Wie die Rechnung am Ende aufgeht, ist eigentlich aktuell noch nicht richtig zu prognostizieren, darauf wies der Vorsitzende des BdV (Bund der Versicherten) Axel Kleinlein hin.