Rentenpläne der Großen Koalition - wer profitiert und wer draufzahlt?

Bei der großen Koalition spielt die Rente eine wichtige Rolle. Doch wer zahlt was? Hier wollen wir einmal der Frage nachgehen, wer von den neuen Rentenplänen profitiert und wer draufzahlt.

Sie können jetzt schon mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen, allerdings müssen Sie 45 Jahre Beiträge eingezahlt haben. Auch die Anrechnungszeit bei der Erwerbsminderungsrente soll angehoben werden, nämlich von 60 auf 62 Jahre.

Dadurch steigt zwar die Rente, aber der Zugang wird nicht angetastet.

Die Vorschriften über „Verweisberufe“ werden nicht verändert, damit rückt die Zahlung für eine Erwerbsminderungsrente in weite Ferne. Auch das Reha-Budget soll angepasst werden, man darf hier auf die Umsetzung gespannt sein. Derzeit wird eine Reha oft abgelehnt, Personen über 50 Jahren haben kaum eine Chance, durch eine Reha wieder in den Beruf zu kommen.. Die Mütterrente soll eingeführt werden. Das heißt, dass alle Frauen die vor 1992 Kinder geboren haben, genauso behandelt werden, als hätten sie die Kinder nach 1992 bekommen. Sie werden also mit einem zusätzlichen Punkt in der Rente bedacht. Bisher waren sie etwas benachteiligt. Doch vor Altersarmut werden die Frauen nicht geschützt, wer Kindererziehung, Minijobs oder Arbeitslosigkeit in der Erwerbsbiographie hat, ist auch im Alter nicht vor Armut gefeit.

Der Regierung ist also wieder kein großer Wurf gelungen.

Die Reform wirkt eher wie ein Stückwerk, das zwar viel Geld kostet, aber die Situation der Rentner nicht wesentlich verbessert. Personengruppen, wie etwa Beamte oder Selbstständige, müssen auch jetzt nicht in die Rentenkasse einzahlen, sie werden nicht einbezogen. Die Rentenversicherung wird also nicht grundlegend umgebaut, obwohl dies wirklich notwendig wäre.