Weniger Wechsler zur privaten Krankenversicherung

Während noch in den frühen 2000er Jahren massiv gesetzlich Versicherte zur PKV wechselten, haben sich die Zahlen im letzten Jahrzehnt in etwa halbiert. Das geht aus Erhebungen einzelner Kassen und der beiden Gesamtverbände von GKV und PKV hervor. Auch streben etwas mehr Privatversicherte als früher den umgekehrten Wechsel von der PKV in die GKV an.

PKV versus GKV: Abstimmung über die Systeme?

Der Streit um das "richtige" System war zuletzt im Jahr 2011 aufgeflammt, als die SPD wieder einmal ihre Bürgerversicherung für alle ins Spiel gebracht hatte. Seither überzogen sich Vertreter beider Kassensysteme teils mit Häme, teils mit Anwürfen, das jeweils andere Kassensystem sei ungerecht oder zu leistungsschwach. Allerdings haben die gesetzlichen Kassen offenbar aufgeholt und damit ihre Mitglieder überzeugen können. Der Trend begann schon um das Jahr 2004 herum, wie der VdEK (Verband der Ersatzkassen) ermittelte, allerdings verlief er anfangs schleichend und wurde immer wieder von gegenläufigen Entwicklungen aufgehalten. Insgesamt jedoch wurden 2002 noch 360.000 Wechsler von der GKV in die PKV registriert, 2012 waren es dann 160.000 und somit nur noch die Hälfte. Das sind allerdings "Bruttozahlen", die gegenläufige Entwicklungen nicht erfassen.

Interpretation der Wechselzahlen.

Diese Zahlen werden immer wieder ins Spiel gebracht, sie sind in Wahrheit schwer zu interpretieren. Die gesetzlichen Kassen TK, DAK-Gesundheit und Barmer GEK bestätigen die Halbierung der Abgänge zur PKV, der PKV-Verband wiederum kann von einer konstanten Zahl Privatversicherter berichten. Immerhin müssen auch die Neuzugänge erstmalig Versicherter berücksichtigt werden. Dass die PKV ein Problem hat, ist allerdings nicht zu leugnen, denn die Angst vor steigenden Beiträgen schwindet seit Jahren nicht mehr, wie sich aus andauernden Medienberichten ablesen lässt.